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Entwicklung des Clubs

Admira

Der Filmclub "ars cinema berlin e.V." wurde 1972 als Amateurfilmclub BEWAG (Ost) in Berlin gegründet.

Was machen wir?
Unser Filmclub besteht derzeit aus 8 Mitgliedern. Jeden 2. und 4. Donnerstag um 18:30 Uhr treffen wir uns im Frei-Zeit-Haus Weißensee und schauen eigene Filme sowie ausgesuchte Filme anderer Autoren. Die Filme werden anschließend besprochen oder diskutiert.
Für die Filmaufnahmen verwenden wir handelsübliche Videokameras aller möglichen Fabrikate und Preisklassen. Gasometer

Was ist unser Ziel?
Verfolgt werden ausschließlich gemeinnützige Zwecke durch vielseitige Förderung und Pflege von nichtkommerziellem Film und Video auf dem Gebiet der Kultur, Kunst und Völkerverständigung. Ein besonderes Anliegen ist die Jugendarbeit. Nur auf der Basis neuer gestalterischer und inhaltlicher Gesichtspunkte, wie sie vermehrt von jungen Menschen eingebracht werden, können sich der Verband und die Clubs weiterentwickeln.

Warum machen wir das?
Um lebendige Erinnerungsbilder unserer Familie, unserer Freunde und unserer Welt zu machen. Um ein Stück Leben festzuhalten. Darüber hinaus ist aber das Filmen für uns mehr als ein Sammeln von bewegten Bildern. Filmen heißt, genauer hinsehen und das Gesehene gestalten. Die Filmkamera verführt uns zur Auseinandersetzung mit der Umwelt, fort vom Zuschauen, hin zum Beobachten, zum bewussten Sehen und damit zum intensiveren Erleben.

Geschichte des Clubs
Einer unserer erfolgreichsten Filme berichtet über die Schließung der letzten Gaskokerei in Berlin-Lichtenberg (die Sprengung der Gasbehälter in der Dimitroffstr., jetzt Danziger Str., durften wir filmisch nicht begleiten, hatten es aber trotzdem gemacht).
Die letzten Stunden am "Ofen", das Ziehen der letzten Kammer. Es war das Ende der Gas- und Koks-Produktion in Berlin. Gasometer Für diesen Film erhielten wir neben einem ersten Preis beim vorletzten DDR-Wettbewerb auch die Goldmedaille der letzten Arbeiterfestspiele. Sinnigerweise heißt der Titel des Films "...Ist der Ofen aus?". Dieser Film war auch im Landesprogramm der DDR bei den Weltmeisterschaften 1989 (UNICA-Festival) in Baden-Baden und wurde vom SWF in voller Länge ausgestrahlt.
Bemerkenswert: Das Internationale Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm ist das größte deutsche und eines der führenden internationalen Festivals für künstlerischen Dokumentar- und Animationsfilm wie für interaktives Storytelling. 1955 gegründet, ist es das älteste Dokumentarfilmfestival der Welt. Und hier lief dieser Film im Jahr 2016 noch einmal.
Der Club wurde mehrmals als "Hervorragendes Volkskunstkollektiv" und mit der Medaille "Ausgezeichnetes Volkskunstkollektiv" geehrt. Einer der interessantesten Filme war der über das "Festival des politischen Liedes". In dem Film "Wo der rote Vogel sein Nest hat"- 1980 während des 10. Festivals gedreht - hatten wir das große Glück, Mikis Theodorakis vor der Kamera zu haben (übrigens, dieses Festival wird in der WABE heute noch veranstaltet). Demografik Für diesen Film erhielt der Club die zweithöchste Auszeichnung der damaligen FDJ.
Hervorzuheben sind auch die internationalen Kontakte des Studios insbesondere in die damalige ČSSR, die über die Jahre hinweg anhielten. 1975 reisten die Mitglieder Burkhard Hühn und Gerhard Krause nach Brno zum internationalem Amateurfilmfestival XVI. Brněnská šestnáctka („Brünner Sechzehner“) und lernten dort die beiden Amateurfilmer Ivo de la Renotiere und Josef Hovorka aus Ústí nad Labem kennen.
Bereits im Jahr 1976 nahm das Studio mit einem Film am Festival „Střekovská kamera“ (Schreckensteiner Kamera) teil. Es folgten fast jährliche Teilnahmen bei diesem tschechischen Amateurfilmfestival.
1976 weilten die AFC-ler mit ihrem Film „Solidarität“ beim „O pečeť města Krupka“ ("Um das Siegel der Stadt Graupen")-Festival in Krupka (deutsch Graupen) in der Nähe von Teplice (deutsch Teplitz). Die Teilnahme markiert auch den Beginn der langanhaltenden freundschaftlichen Kontakte mit dem Filmstudio des kleinen an der DDR-Grenze gelegen tschechischen Ort Krupka. 1986 wurde in Koproduktion mit dem Amateurfilmstudio Ústí nad Labem ein Film über den Ort hergestellt: „Krupka – nur eine Stadt“. Am 7. Juli 1977 unterzeichneten wir einen Freundschaftsvertrag mit dem tschechischen Amateurfilmstudio „Filmove studio Odborový dům kultury pracujících Ústí nad Labem“ – Kurzwort: FS ODKP (Filmstudio des Haus der Kultur der Arbeiter). Urkunde Gemeinsam wurden auch Filme gedreht, wovon der Film "Der Schoß ist fruchtbar noch..." beim Nationalen Wettbewerb der DDR mit einem Sonderpreis ausgezeichnet wurde. Er gehörte auch zum DDR-Länderprogramm der UNICA in Argentinien. Hier erhielt dieser Film ein Diplom, nur eine Stimme fehlte an Bronze. Auch in der damaligen ČSSR war der Film bei verschiedenen Wettbewerben sehr erfolgreich. Nach der Wende, die in der Tschechoslowakei die "Samtene Revolution" (sametová revoluce) genannt wurde, haben wir weitere Filme gemeinsam produziert. Mit dem Streifen "Wir müssen laut schreien...!" über das Massaker an den Deutsch-Böhmen (Sudetendeutschen) am 31. Juli 1945 konnten Haupt-, 1. und weitere Preise errungen werden. Beim "Rychnover Achter" erhielt der Film die UNICA-Medaille "Für völkerverbindende Idee". Demografik1989/1990 gehörten wir zu den Mitbegründern des "Bundes der Film-und Videoamateure der DDR (BdFV/DDR)". Ende 1990 beschloss der Vorstand die Selbstauflösung dieses Verbandes und empfahl, dem BDFA (jetzt Bundesverband Deutscher Filmautoren) beizutreten. Im Rahmen dieser Neuorientierung gründeten wir mit Gleichgesinnten und der Hilfe des damaligen (west-)Berliner Landesvorsitzenden, Werner Heidemann, auch die FiViA Berlin. 1992 konstituierte sich unser Club als AFC ENERGIE neu und wir ließen uns in das Vereinsregister eintragen.
1995 erfolgte die Umbenennung in ars cinema berlin e.V.
Demografik DemografikSeit 1995 veranstalten wir ein internationales Kurzfilmfestival für unabhängige Autoren. Unsere erste Idee und unser Ziel, ein Festival mit stark östlicher Ausrichtung zu organisieren und somit Arbeiten aus den mittel- und osteuropäischen Ländern mit denen aus dem deutschen Sprachkreis zu vergleichen, ihnen ein Forum und eine Lobby zu schaffen, ist Jahr für Jahr weitergedacht und umgesetzt worden. Mit diesem Kurzfilmfestival - 1995 beginnend - ist bis heute ein international beachtetes Film- und Medienfestival organisiert worden. Viele haben uns dabei unterstützt, allen voran die Stiftung Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds, viele Gewerbetreibende aus Weißensee.
2017 wurde es zum letzten Mal organisiert und veranstaltet.
Videofilmer sind Chronisten ihrer Zeit. Chronisten ihrer Zeit zu sein nehmen ja viele für sich in Anspruch. Chronisten, die einen Sendeplatz erstreben, müssen sich vielen Zwängen unterwerfen, sei es die Länge der Beiträge, seien es die Forderungen der Sendeanstalten, seien es die Forderungen der Geldgeber. Der Videofilmer als Chronist seiner Zeit hat diese Zwänge nicht. Ungeschönt kann er das zeigen, was er für zeigenswert hält. Nur die Begrenztheit seiner finanziellen Mittel, seiner filmischen Qualifikation steht ihm konträr gegenüber. Die einzigen filmischen Zeugnisse von der Deportation von Juden während der NS-Zeit stammen von Filmamateuren. Die beeindruckendsten Bilder von den Montag-Demonstrationen in Leipzig haben Videofilmer gemacht. Wer selbst die Kamera zur Hand nimmt, beginnt zu verstehen, wie viel Fantasie, technisches Geschick, Ideenreichtum, Ausdauer und Teamgeist nötig sind, um ein Filmprojekt von der ersten Idee bis zur Projektion zu realisieren. Wer selbst filmt, hat etwas mitzuteilen über seine Vorstellungen vom Leben, von der Gesellschaft, von seinen Ängsten und öten, von seiner Freude. Die große Zahl der eingereichten Beiträge beweist: Man konsumiert nicht nur die Angebote der Medien, sondern man lässt sich von der Faszination Film zum kreativen Gestalten anregen. Und wer filmt lässt sich nicht so leicht beeinflussen, denn er kennt die Illusionen bei der Medienarbeit, er kann dann auch kritisch hinterfragen. „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ ist umso wichtiger geworden, da durch den grenzüberschreitenden Informationsaustausch auch ohne viel Worte sehr anschaulich auf die Probleme des „Anderen“ eingegangen, gezeigt und auch verstanden werden kann. Diesen Austausch von kreativen Filmemachern generationen- und länderübergreifend habe wir somit 23 lange Jahre realisiert.
Kulturhaus

 Ironie der Geschichte: Das Kulturhaus der Energiearbeiter in der Rhinstraße ist nun auch abgerissen worden. Matthias Waldau machte mich darauf aufmerksam und schickte mir ein Bild.
Erinnern Sie sich noch? Die erste gemeinsame Veranstaltung im Osten Berlins?
Demografik Demografik
Wer erinnert sich noch an den "Tag des Amateurfilms" mit Beiträgen aus dem "Westen" und jeder fragte, wo ich die wohl her habe? Hier fand die Gründung der FiViA statt und der Landesverband (Ost-)Berlin im BdFV/DDR wurde hier gegründet. Der letzte Ost-Berliner Wettbewerb unter Leitung des "Hauses für Kulturarbeit" fand hier statt. Andreas Dresen, Gunther Scholz und Christiane Wolfrum waren u.a. in der Jury. Mal sehen, welcher Einkaufstempel nun hier errichtet wird. Demografik Trotzdem müssen wir auch Unerfreuliches feststellen: Nach nunmehr fast genau 30 Jahren haben wir unsere Clubräume in der Gustav-Adolf-Str. aufgeben müssen. Obwohl ein Vorstandsbeschluss aus dem Jahr 1996 uns die Räume zusicherte, hat nun die GASAG die Kündigung zum 31.12.2013 ausgesprochen. Übergabe der Filme Mit einem großen Kraftakt wurde vieles entsorgt, nur weniges konnte gerettet werden. Die gesamte alte Filmtechnik, angefangen von den Kameras, Canon und Bauer, über die Projektoren Meoclub 16 und Club 16, Super-8-Projektoren der Marke RUSS (wer kennt diese eigentlich noch?), alles wurde der Schrottsammelstelle übergeben. Dr. Ralf Forster vom Filmmuseum Potsdam hat wenigstens die wertvollen 16-mm-Filme übernommen und die Beaulieu R 16 und die ARRI BL; hier haben wir dann weiterhin Zugriff.
Zum Glück konnten wir eine "neue Heimat" finden: Frei-Zeit-Haus Das Frei-Zeit-Haus in der Pistoriusstr. ist nun unser neues Domizil. Der Raum, eigentlich groß genug, gehört jedoch uns nicht alleine, so dass die Technik, Computer, Beamer, dann wieder abgebaut und im Schrank verschlossen werden muss. Aber das ist das kleinere Übel. Die Lage des Hauses ist super, direkt an der Haltestelle des 255-er Bus' und somit hoffen wir auf gute Kontakte. Der Leitung des Hauses sind wir sehr dankbar. Anderenfalls wäre es wohl das Ende des Clubs geworden, denn wer kann schon die horrenden Mieten aufbringen?

Auch die "Berliner Woche" hatte in ihrer Ausgabe auf uns hingewiesen. Es wäre schön, weitere Mitglieder, Filminteressierte, zu finden.




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